Konzert: Must B Blues – MS Geestemünde, Bremerhaven

10. April 2026 

Bruder, Oma, Sohn und Mudda; alle Saufen auf’m Kudda – Frei nach Rollo dem Wikinger von den verrückten Torfrockern. Ein vermeintlich sehr anstrengendes, verlängertes Wochenende stand uns bevor. Freitag ging es in den hohen Norden Richtung Blues-Metropole Bremerhaven an der Geeste- und Weser-Mündung.

Hier zu einem besonderen, atmosphärischen Club-Konzert auf die MS Geestemünde. Samstag und Sonntag reisten wir wieder zurück nach Südosten zum 14. Artrock Festival 2026 nach Reichenbach im sächsischen Vogtland an der tschechisch-deutschen Grenze. Dort spielten an den beiden letzten Haupt-Tagen (Donnerstag: Eröffnung im Bergkeller mit der Plauner Art-Rock-Band Polis, Freitag: vier Formationen im Neuberinhaus) zehn internationale Formationen (Frankreich, Germanien, Italien, Litauen, Polen, Schweden, Schweiz, UK, US), unter anderem auch Blues-Boy Krissy Matthews mit eigener Band.

Mit der Blues-Big-Band Must B Blues erlebten wir dort am ersten dieser drei Tage, schon zu Beginn, unseren emotionalen und musikalischen Höhepunkt im mondänen Übersee-Hafen. Erst einmal checkten wir bei schönsten Frühlingswetter in unser kleines aber feines Familien-Hotel An der Karlstadt ein. Wir marschierten sodann vorbei an Kunst-Museum, Stadt-Theater, Bürgermeister-Schmidt-Denkmal, zur imposanten Hafen-Promenade mit Deutschem Schifffahrt-Museum (inklusive: U-2540, Feuerschiff Elbe 3, Walfangdampfer, Tragflügelboot, Hafenschlepper, weiteren historischen Schiffen), Klimahaus, Atlantic Hotel Sail City und zielstrebig weiter Richtung Übersee-Hafen zum „Kudda“ MS Geestemünde. Alle sprechen von der Elb-Philharmonie und der Speicherstadt in der Hansestadt Hamburg, leider kaum einer von dieser Ballung von gleichwertigen imposanten Sehenswürdigkeiten hier im Übersee-Hafen der Hansestadt Bremen, einmalig an der Nordsee-Küste und in Germanien, einzigartig europaweit. Wer, wie wir, das erste Mal in Bremerhaven zu Besuch ist, dem wird der Hering (sprich Zunge) aus dem Mund hängen.

Wir wurden schon von weitem vom Veranstalter und Harmonika-Spieler Käpt’n Uwe Rademacher sowie Gitarrist und 1. Offizier Helmut Stehr „an Land“ freudig begrüßt. Rauf auf das Schiff und rein in den Bauch des „Kudda“ zur Band Must B Blues. Nina, Charly, Christian, Gavin, Helmut, Jürgen, Jürgen Matthias, Manfred, Uwe hatten schon schwer geschuftet, alles aufgebaut: eine riesige Trommelburg, Keyboard-Festung, haufenweise Verstärker, Mikrofone und Zubehör. Davor die Armada an Instrumenten und eine kleine Tanzfläche für die Bewegungssüchtigen. Wir lernten die internationale Crew kennen, alles norddeutsche Menschen mit dem Herz an der richtigen Stelle. Die Fisch-Köppe nahmen die westfälischen Mett-Würstchen sofort in ihre Reihen auf. Danke an dieser Stelle noch einmal an ALLE, die diesen schönen Abend auch mit Speisen & Getränken gestaltet und möglich gemacht haben.

Zu diesem schwimmenden Blues-Gipfel waren viele illustre Gäste geladen, unter anderem kam auch eine gemischte Kopfstarke Delegation vom Eigentümer des „Kudda“, der Reederei Weserfähre Bremerhaven. Die generalüberholte MS Geestemünde, geboren 1975 in Husum, füllte sich langsam, die Stimmung wurde ausgelassener und die Musiker:innen konnten sich dann auch nicht mehr zurückhalten. Es war für die 2017 gegründete Big-Band Must B Blues ein besonderes Konzert, denn zum einen wurde damit offiziell der Wechsel von Charly Blendermann zu Gavin Hayes auf dem Trommelsitz vollzogen und zum anderen das ausstehende Album-Debüt der Band angekündigt. Dafür war dieser Abend genau der richtige Ort und Zeitpunkt. Keine Sorge, Charly wird natürlich immer mal wieder hinter dem Schlagzeug sitzen, wie diesmal als sich beide Musiker kollegial abwechselten. Auch in den Dialogen der Musiker untereinander konnte herausgehört werden, welchen Stellenwert der „Charly“ im Bandgefüge genießt. Nina: „Den Titel möchte ich aber mit meinem Charly spielen.“ Mit den beiden Küken Nina und Gavin vollzieht sich nun langsam der Generationswechsel. Bei den zunehmend individualistischen Zeiten ist das kollektive Denken und Handeln als Gruppe sehr wichtig und wird von Must B Blues menschlich vorgelebt. Chapeau und so weitermachen !!

Um es gleich vorweg zu nehmen, es war ein magischer Blues-Gipfel. Nicht nur, das neun Musiker alles aus sich herausholten, diese Harmonie von Band, Besucher, Crew, zeigt was der Blues auch heutzutage noch für Kräfte entfesseln kann. Wir unterhielten uns auf der Rückreise nach dem Festival im Vogtland lange über diese wunderbaren Stunden in Bremerhaven. Für uns war es der Höhepunkt eines arbeitsintensiven Wochenendes und jeder der dabei war, hat dazu beigetragen, dass es ein FEST wurde. Ein kollektives menschliches Erlebnis.

 Und Musik wurde auch gespielt. Und zwar Live und in Farbe. Eine neunköpfige Band von erfahrenen Musikern lieferten einen Hit-Potpourri aus über 70 Jahre Blues. Und das alles im individuellen Gewand einer Blues-Band, die praktisch jeden Klassiker interpretieren kann. Allen voran Nina Morgenroth mit einer umwerfenden Röhre. Wir haben gerade in Paderborn Inga Rumpf in Bestform erlebt, Nina kann da locker mithalten. Zusammen mit der ebenso fantastischen männlichen Stimme von Jürgen Hartung dirigierten die beiden Vokallisten ihre Musiker durch das breite über 3-stündige Programm. Sie konnten aus ihrem unerschöpflichen Repertoire, selbst auf Zuruf, den Blues-Geist, wie Aladdin aus der Wunder-Lampe, herauslocken und damit den „Kudda“, im wahrsten Sinne des Wortes, in Brand setzen. Feuer ist auf einem Schiff immer sehr gefährlich, deshalb war die Crew IMMER mit einer Hand an den unzähligen Feuerlöschern.

ALLE wollten nicht, dass dieser schöne Abend zu Ende geht, das haben wir bei den vielen herzlichen Verabschiedungen gespürt. Für Käpt’n Uwe Rademacher wird es noch unvergesslicher bleiben, seinen 70er mit all seinen Blues-Brüdern und Schwester Nina, versammelt auf seinem „Kudda“. Käpt’n Uwe, alles richtig gemacht !! Was uns alle; Band, Besucher und Crew; nun verbindet ist dieses schöne Zusammentreffen der Superlative. Und diese emotionale Tiefe erlebt man als alternde Biomasse sicher NICHT bei Adele oder Taylor Swift, sondern auf circa 150 Quadratmeter Planken bei Ebbe & Flut auf dem Wasser der Weser.

Und nach dem Fest, ist vor den FESTEN; Blue Wave Binz & Blues Camp Göhren (Organisator, Kurator und Kommandant Micha Maass), Vorglühen mit Henry Heggen und Blues Rudy in Kiel (organisiert von Käpt’n Rademacher), 4-Länder-Blues-Kreuzfahrt (Kiel nach Cuxhaven: DE, DK, SW, NO, DE), Großer Blues im kleinen Jeinsen (Kathrin & Andreas Bock). Wir sind überall dabei, das ist eine echte Drohung und gleichzeitig Einladung von uns an alle Feierbiester. Lasst uns treffen und zusammen den wahren Geist des Blues ERLEBEN !! Rock’n’Roll !! Bilder_Texte: Christa & Roland KochDie 

MS Geestemünde wurde als Adler III für die Adler Reederei als Fahrgastschiff für den Nord- und Ostseeraum 1975 bei der Husumer Schiffswerft in Husum gebaut. 1990 ist das Schiff verlängert worden. Im Jahr 2010 erwarb die Weserfähre GmbH Bremerhaven die Adler III und unterzog sie einer Generalüberholung. Nun, als MS Geestemünde, erstrahlt dieses solide Schiff wieder in einem neuen Glanz. Neben einer gründlichen technischen Überholung wurde besonderer Wert auf die Gestaltung des Panorama-Salons mit seinen 70 Sitzplätzen gelegt. Der moderne Gastronomie- und Partybereich ermöglicht eine auf die Wünsche der Gäste abgestimmte Bewirtung. Technische Daten: Länge: 30,50 Meter, Breite: 6,20 Meter, Tiefgang: 1,60 Meter, Geschwindigkeit: 9,5 Knoten, Maschine: 294 kW (Deutz KHD), Passagiere: Maximal 150 Personen.
Bilder & Texte: Christa & Roland Koch  

Bluesparty im Cultimo

MustBBlues im Kuhstedter Moor am 24. 2. 24

Georgia Balke

Gastsängerin bei MUSTBBLUES auf der MS Geestemünde am 6. 10. 2023

Blues-Frühschoppen

mit MustBBlues am Sonntag, 5. Februar 2023 auf der MS-Geestemünde
Boarding 10.30 Uhr, Liegeplatz im Neuen Hafen, Abfahrt 11 Uhr

Ansage zum Konzert in Wremen 

Reformationstag 2022 

Wir freuen uns so sehr, dass wir Euch heute hier begrüßen dürfen. Uns allen ist in den letzten beiden Jahren noch einmal deutlich geworden, wie wichtig für unser Leben Kultur und insbesondere Musik ist.
Deshalb sind wir überglücklich, dass wir die Bluesband „Must B Blues“ für ein Benefizkonzert gewinnen konnten. Und das ist dann auch etwas ganz Besonderes für uns in der Kirche. Gospel hat sich ja bei uns ganz gut etabliert, aber Blues ist in der Kirche dann doch so etwas wie eine Orchidee geblieben.


Warum machen wir das: Beten mit Bratwurst, Bier und Blues? Sicher nicht, um auf billige Weise Menschen
mit allen Mittel in die Kirche zu locken. Nein, dieser Abend am Reformationstag hat auch eine Mission. Und
am Reformationstag steht es uns gut an, über das, was wir tun oder lassen nachzudenken und zu schauen,
was uns Perspektiven für die Zukunft der Kirche eröffnen kann. Seit ich diesen Beruf als Pastor ausübe,
werbe ich für eine musikalische Offenheit in der Kirche. Kirchenmusik ist nicht nur Orgel und
gregorianische Gesänge. Das ist meine erste These. Musik ist für mich Ausdruck unseres Lebens. Und da
das Leben in Freiheit per se vielfältig ist, sollten wir in der Kirche grundsätzlich für alle Musikstile offen
sein. Jede Musikrichtung ist grundsätzlich geeignet für die christliche Verkündigung. Alles andere wäre eine
Gotteslästerung. Sich musikalische etwas breiter aufzustellen, ist auch aus reformatorischen Gründen
angesagt. Martin Luther hat sich ja ganz bewusst vom Kloster als abgegrenzter religiöser Sonderwelt
verabschiedet, weil er das ganz normale Leben als Ort der Offenbarung Gottes verstanden hat. Gott als
Schöpfer der Welt ist überall in der Welt zu Hause. Evangelischer Gottesdienst geschieht deshalb nicht nur in der Kirche, sondern auch am Arbeitsplatz. Das ist der Grund, warum die Arbeitslieder der Sklaven
wesentlich zur Kirche gehören, auch wenn sie das faktisch nie waren. 

Der Blues ist die Wurzel aller folgenden Musikstile, die wir heute in Abgrenzung zur klassischen Musik als Popularmusik bezeichnen. Gospel, Jazz, Soul, Rock, Pop – und alles andere hat seine Wurzel im Blues. Und der Blues ist die Musik, die den Herzschlag des Menschen in sich trägt. Der Blues, das sind die modernen Klagelieder des Alten Testaments. Wir haben bei uns das Klagen verlernt. Wenn es uns schlecht geht, können wir nicht singen. Genau das behaupten wir, wenn es einmal traurig um uns wird. Stattdessen sind die Trauer und die Erfahrung der Ohnmacht doch gerade der Grund zum Singen – wenn es Blues ist. Wenn es uns schlecht geht, wäre die hilfreichste Therapie das Singen. Das haben wir aber nie gelernt. Aber es ist ja auch nie zu spät. Und weil wir das richtige Klagen auch in der Kirche nicht draufhaben, zieht sich durch unser ganzes Gemeindeleben ein depressives Gejammer. Wird der Geldhahn zugedreht, verstummt ganz schnell das
Halleluja. Wir sind alle im Krisenmodus, aber wer spricht jetzt von Hoffnung?

Meine zweite reformatorische These ist die: Nur wer die Frustration auch emotional ausdrücken kann, wird auch eine Sprache der Hoffnung finden. Dieser Abend wird deshalb Lektion eins sein für ein neues Lebensgefühl.
Schreit es doch endlich mal heraus, was euch knechtet im Hamsterrad unserer Berufswelt! Zeigt doch endlich eure Trauer über die nicht in Erfüllung gegangen Erwartungen des eigenen Lebens! Gebt doch endlich zu, dass ihr für Geld alles machen würdet, wenn ihr es nur hättet! Seid doch ehrlich und steht dazu, das Liebe auch ein Scheißgefühl sein kann! Nur wenn ihr das alles raus lasst, seid ihr wirklich lebendig. Das sind die Kräfte, die die Therapeuten wecken, bei denen ihr keinen Termin bekommt. Aber wir haben heute ein Heilmittel, das an die Wurzel eures Lebens geht: Must B Blues als die Entwicklungshelfer des heutigen Abends mit dem Sänger Jürgen Hartung als Therapeuten! Sie spielen heute nicht nur für euch, sondern auch für einen anderen guten Zweck: für S.T.E.P. Uganda, einem Verein der Jugendlichen aus Uganda eine qualifizierte Schulausbildung ermöglicht, damit diese eine Zukunft in Selbstbestimmung haben. Begrüßt herzlich die Herzschläger der Freiheit: Must B Blues!
Pastor Bernd Passarge

MustBBlues

"Man sah ihnen ihre leidenschaftliche Spielfreude an, die vom Publikum ständig mit kräftigem Applaus bedacht wurde..."

MustBBlues

„Mit ´MustBBlues´ spielt eine Band erfahrener Blues-Musiker beim Rock im Torf. Man merkt bei der im Frühjahr 2016 gegründeten Band, zu der neben Sänger Jürgen Hartung auch Charly Blendermann (Drums), Manni Borchert (Bass), Helmut Stehr (Gitarre,Vocal), sowie Uwe Rademacher (Harp) und Jürgen M. Gorges (Keyboard/Piano) gehören, dass sie mit leidenschaftlicher Spielfreude dabei sind. Geprägt von Harp und Keyboard bekommen die Interpretationen ihren besonderen Charakter. Es zeigt sich bei den Stücken von B.B.King über Jimmy Reed, John Lee Hooker, Otis Spann, Muddy Waters, Wilson Picket bis J.J. Cale: Hier haben sich sechs Blueser gesucht und - gefunden!"

Osterholzer Kreisblatt  12. Juli 2017

Foto: Dijana Nukic / kreative-fische.de 


Nordsee Zeitung

16. Januar 2019

Alte Blueshasen an den Instrumenten
Den Auftakt des Festivals gibt es im Theater im Fischereihafen mit Must B Blues, einer Formation aus Bremerhaven und Umgebung. Hier spielen alte Blueshasen, die bereits in verschiedensten Formationen der Region unterwegs waren.  Weitere Highlights im Line-up der Bands sind unter anderem The Rihm Shots und Checkin‘ up. Mit dabei ist auch das  Bremerhavener Trio Sammy’s Blues Jam. Und dann gibt es noch einen Newcomer-Leckerbissen zu hören: die Bluesband Ten Straight Wins aus Bremen. 


 

Nordsee Zeitung

16. Januar 2019


Foto: Dijana Nukic / kreative-fische.de

Nordsee Zeitung

24. September 2018
 
 STOTEL
Das Programm im Kulturzentrum Alte Schule für 2018 steht. Höhepunkt und zugleich etwas Neues ist die für September geplante Bluesparty mit der Band Must B Blues & Friends. – Die Bühne wird voll sein, wenn die sechs Musiker der Gruppe Must B Blues und Ihre beiden Freunde Sarah Debusmann und Wolfgang Peters den Saal rocken. „Der Wunsch nach einer Party, bei der verschiedene Musikrichtungen gespielt werden und bei der auch getanzt werden kann, wurde in den vergangenen Monaten häufig geäußert. Dieser Anregung kommen wir mit der Party am 22 September nun nach“, verrät Tanja Grünefeld, Sprecherin des Kulturkreises.
 

Nach Stotel in die „Alte Schule“ bringen die Jungs Unterstützung mit; und zwar Sarah Debusmann, sowie Wolfgang Peters. Sarah ist schon in ganz Deutschland in verschiedenen Formationen und auch als Solistin unterwegs gewesen. Mit ihrer fantastischen Stimme interpretiert sie Rock-, Pop- und Jazz-Songs ebenso eindrucksvoll wie klassische Werke. Wolfgang Peters war mehr als zehn Jahre lang Teil der Loxstedter Blues-Brothers und ist Mitglied der Lehrerband Seven in Blue aus Langen. 

In hoher Auflösung für die Presse (Fotos: Dijana Nukic / kreative-fische.de)